Psychischen Belastungen durch Corona begegnen

Projekt PRO-Jung des ZiP ist ein wegweisendes Projekt für psychische Gesundheit bei jungen Menschen

Zum Projekt ‚Frühintervention und Prävention Corona-bedingter psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen’ (kurz: PRO-Jung), welches vom Zentrum für Integrative Psychiatrie in Kiel initiiert wurde, erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecher der CDU- Landtagsfraktion, Tobias von der Heide:

„Die Corona-Pandemie ist besonders für die jungen Menschen unter uns stark belastend. Der Alltag von Kindern und Jugendlichen ist stark eingeschränkt; sie kommen weniger raus, sitzen mehr vorm Computer. Während Ältere dies durch Lebenserfahrung meistens noch besser abfedern können, wird uns bereits von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern berichtet, dass Schülerinnen und Schüler teilweise unter erheblichen psychischen Problemen leiden. Diese vorerst subjektiven Erfahrungsberichte konnten durch die so genannte COPSY-Studie, die von Frau Prof. Dr. Ulrike Ravens-Siebers am UKE durchgeführt wurde, bestätigt werden. Insgesamt geben in dieser Studie zwei Drittel der befragten Hamburger Jugendlichen an, durch die Pandemie belastet zu sein. Zudem wurden gehäuft psychosomatische Beschwerden wie Gereiztheit, Einschlafprobleme und Kopfschmerzen festgestellt. Dabei konnte gezeigt werden, dass ein gutes familiäres Umfeld sich eher positiv auf die allgemeine Situation auswirkt und bereits bestehende psychische Störungen diese eher verschlimmern.

Deswegen begrüße ich das Projekt zur ‚Frühintervention und Prävention Corona-bedingter psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen‘ des Zentrums für Integrative Psychiatrie ausdrücklich. Frau Prof. Jauch-Chara und ihr Team arbeiten derzeit unter Hochdruck daran, ein

Rahmenkonzept zu erarbeiten, Lehrkräften niederschwellige Diagnose- und Interventionsmöglichkeiten an die Hand zu geben. Dadurch soll Lehrkräften die Möglichkeit gegeben werden, schnell psychische Auffälligkeiten bei ihren Schülerinnen und Schülern zu erkennen und richtig zu handeln. Dieses Projekt ist durch die Zunahme der Belastung sehr wichtig und soll später auch die Entwicklung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nach der Pandemie untersuchen, wodurch sich langfristig Maßnahmen und Interventionsmöglichkeiten besser planen lassen. Das Land unterstützt dieses Projekt mit insgesamt 500.000 Euro.

Ich hatte die Möglichkeit, mir am vergangenen Montag ein Bild von dem aktuellen Sachstand von dem Projekt zu machen. Frau Jauch-Chara hat mich vor Ort im Zentrum für Integrative Psychiatrie empfangen. Besondere Gefahren sieht sie in der Entwicklung der Persönlichkeit. Gerade in jungen Jahren ist diese noch nicht vollständig ausgeprägt und formbar, wodurch die Pandemie langfristig zu Persönlichkeitsstörungen führen könnte. Auch die Gruppen- und Teamfähigkeit konnte unter der Corona-Situation nicht weiter ausgebaut werden. Im Mittelpunkt des Projektes stehen dabei nicht die voll ausgeprägten psychischen Störungen, sondern Anzeichen für psychische Belastungen wie übermäßiger Stress, um es im besten Falle nicht zu einer manifestierten Störung kommen zu lassen.

Dieses Projekt ist wegweisend und liefert neben den akuten Mitteln zur Pandemie-Nachsorge auch langfristige Ansätze, die auch nach der Pandemie angewandt werden können. Ich freue mich daher, dass das ZiP und das Land hier so eng zusammenarbeiten, um die psychische Gesundheit der jungen Menschen langfristig zu schützen.”

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