Tobias von der Heide besucht Max-Planck-Schule

Kieler Schroeder-Schulen im Blick

Die Max-Planck-Schule gehört zu den so genannten ‚Schroeder-Schulen‘. Bei der Sanierung der Schule wird der Denkmalschutz eine bedeutende Rolle spielen. Hierzu äußert sich Tobias von der Heide, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Vorsitzender der CDU Kiel: 

 „Am vergangenen Freitag, den 28. Mai, habe ich mich zu Schulbeginn mit dem Schulleiter der Max-Planck-Schule, Jens-Peter Meißner, getroffen. Die Max-Planck-Schule ist eine der größten Kieler Schulen. Generationen von Schülerinnen und Schüler sind hier zur Schule gegangen. Diese Zeit geht natürlich auch an den Schulgebäuden nicht spurlos vorbei. Zahlreiche Risse in den Wänden sowie bröckelnde Backsteine an den Außenwänden zeigen den Zahn der Zeit. Teile der Schule sind von Absackungen betroffen und müssen regelmäßig durch Statiker überprüft werden. Zwar ist ein Gebäudeturm in den vergangenen Jahren bereits denkmalgerecht saniert worden, allerdings konnten Maßnahmen für die Barrierefreiheit nicht umgesetzt werden. Der mehrgeschossige Turm ist nur über eine Treppe erreichbar. Die Max-Planck-Schule ist ein gutes Beispiel dafür, dass – so wichtig Denkmalschutz auch ohne jede Frage ist – die Schule aus Lern- und Lebensraum vor allem ein gutes, nicht-baufälliges Umfeld für die Schülerinnen und Schüler bieten muss. Hier beginnen jetzt die ersten Schritte eine Sanierung auf den Weg zu bringen. Gerade beim Thema Denkmalschutz gilt es, immer wieder verschiedenen Ziele miteinander abzuwägen.

Schroeder-Schulen bieten einer Schule Identität, weisen aber auch erhebliche Schwächen auf. Zum einen ist die Bausubstanz nie für Jahrzehnte geplant gewesen. Zum anderen haben sich viele pädagogische Ideen in der Praxis nicht umsetzen lassen. Das gilt insbesondere für die Freiluftklassen und die Schulgärten, die in den wenigsten Schulen regelmäßig gepflegt und genutzt werden. Und genau darin liegt auch ein Kernproblem bei dem Zusammenbringen von Denkmalschutz und den notwendigen Schulsanierungen. Die Schroeder-Schulen entsprechen nicht den Anforderungen an moderne Schulbauten. Eine Sanierung ist mit großem Aufwand und Kompromissen für den Denkmalschutz verbunden. Energetische Anforderungen, Inklusion, notwendige Differenzierungsräume, Barrierefreiheit, Digitalisierung von Klassenräumen; das sind nur einige Punkte, die in den vorhandenen Schroeder-Schulen nicht umgesetzt werden können.

Das wäre für Kiel wahrscheinlich auch kein großes Problem, wenn der Sanierungszustand der Kieler Schulen insgesamt zufriedenstellend wäre und es nur zwei oder drei Schroeder-Schulen in Kiel gäbe. Das ist aber nicht der Fall. Kiel hat ein echtes Schulbauproblem. 45 der 53 Kieler Schulen können als ‚unzeitgemäß‘ bezeichnet werden. Der Sanierungsstau beträgt mindestens 600 Millionen Euro und kann mit den aktuellen Schulinvestitionsmitteln im städtischen Haushalt nicht abgebaut werden. 22 Schulen sind Schroeder-Schulen und 13 davon stehen heute unter Denkmalschutz. Unter diesen Rahmenbedingungen ist heute schon klar, dass nicht alle Schroeder-Schulen erhalten werden können. Die Stadt und der Staat müssen neben dem Denkmalschutz auch andere Ziele verfolgen und hier für einen angemessenen Ausgleich sorgen.“

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