Kiel braucht dringend einen Plan

Kongresszentrum für Kiel ist eine Geschichte der verpassten Chancen

Zur Diskussion um den Bau eines Kongresszentrums in Kiel erklärt Tobias von der Heide, Kieler Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der CDU Kiel:

„Und wieder verzögert sich die Entscheidung um die Frage, wo und wie in Kiel ein Kongresszentrum entsteht. Die Diskussion ist mittlerweile Jahrzehnte alt. Die Stadt muss dringend eine Antwort darauf finden, wo große Veranstaltungen stattfinden können.

Es ist eine Geschichte der verpassten Chancen: 2008 hatte die ECE-Gruppe große Pläne vorgestellt und wollte eine Fördephilharmonie und ein Kongresszentrum mit Einkaufen und Wohnen in der Altstadt entstehen lassen. Die Pläne sind am Widerstand der SPD und der Grünen gescheitert. Am ZOB ist der Neubau eines Parkhauses mit bester Fördelage realisiert worden, obwohl der Standort sich aufgrund der Nähe zum Bahnhof und der Wasserlage hervorragend für ein Kongresszentrum geeignet hätte. Die schöne Aussicht genießen nun in erster Linie Autos.

Die Nachfrage nach Veranstaltungsräumen in Kiel ist groß und steigt. Das Angebot ist knapp. Die Schließung der halle400 hat die Situation weiter verschärft. Eine Entwicklung, die seit Jahren absehbar ist. Das Standortgutachten von VOTA, das von der Stadt beauftragt worden ist, hat sich als unbrauchbar erwiesen, weil zwar Standorte, aber nicht die Realisierbarkeit an den Standorten überprüft worden ist. Ein neues Gutachten durch Congress-Consult Michel Maugé wurde im September 2020 an die Stadtverwaltung übermittelt und erst ein halbes Jahr später veröffentlicht und der Ratsversammlung sowie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es stellt sich heraus, dass ein Schlossareal gekauft wurde, das für den geplanten Zweck überhaupt nicht geeignet ist. Hier kann anscheinend kein Kongresszentrum entstehen. Warum wurde das Gutachten zurückgehalten?

Das Vorgehen der Stadtverwaltung führt dazu, dass Kiel wahrscheinlich auf absehbare Zeit kein Kongresszentrum erhalten wird. Sowohl der Standort als auch die Finanzierung ist vollkommen unklar. Die Stadtverwaltung und der Oberbürgermeister wollen das Thema anscheinend mit sich selbst ausmachen. Dringend notwendig wäre ein offener Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur und Land. Es wird starke Partner brauchen, wenn Kiel ein Kongresszentrum realisieren möchte. Diese Partnerschaft ist im Moment nicht erkennbar.“

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