MKS180 Entscheidung ist ein herber Rückschlag für den Kieler Werftenstandort

Zu der bekannt gewordenen MKS180-Entscheidung erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete Tobias von der Heide:

Zu der bekannt gewordenen MKS180-Entscheidung erklärt der Kieler Landtagsabgeordnete Tobias von der Heide: 
 

„In den vergangenen Monaten wurde auf unterschiedlichsten Ebenen dafür gekämpft, dass das MKS180 federführend in Kiel durch German Naval Yards produziert wird. Das wäre ein wichtiger Auftrag für unseren Standort gewesen.

Denn der Auftrag hätte neue Arbeitsplätze in Kiel geschafft und die Werftindustrie am Standort Kiel nachhaltig gestärkt. 5 Milliarden Euro sind ein riesiges Volumen, das die Wirtschaftskraft in Schleswig-Holstein insgesamt gestärkt hätte. Zum Vergleich: Das gesamte Bruttosozialprodukt des nördlichsten Bundeslandes liegt bei etwa 100 Milliarden Euro. Gerade im industriellen Sektor hat Schleswig-Holstein im Vergleich zu anderen Bundesländern erheblichen Nachholbedarf. Dieser Auftrag hätte helfen können; auch aus regionalpolitischer Sicht. 

Zum anderen geht es auch um die Frage, ob wir uns in Deutschland weiterhin Rüstungskompetenz erhalten. Es kann kein gutes Signal für die deutsche Wehrtechnik sein, wenn die Bundeswehr sich für die Beschaffung an anderen Standorten entscheidet. Auch wenn für die Zukunft zu erwarten ist, dass Überwasserschiffbau als Schlüsseltechnologie keine europaweiten Ausschreibungen mehr erfordert, ist diese Entscheidung nicht nur eine Schlappe für Kiel sondern auch für die gesamte Rüstungsindustrie in Deutschland. Beide Punkte machen die Entscheidung aus dem Verteidigungsministerium aus einer politischen Sicht nicht nachvollziehbar und enttäuschend. 

Ein schwacher Trost ist, dass auch über die Abwicklung des niederländischen Konsortiums Damen Shipyards Group ein Teil der Wertschöpfung in Schleswig-Holstein erbracht werden wird. Ganz an uns in Schleswig-Holstein und Kiel kommt man bei diesem Thema also doch nicht vorbei.“

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